Der Verstorbene

Gesamttitel:


Aus Mehemed Ali's Reich

  vom Verfasser der Briefe eines Verstorbenen

  Aus Mehemed Ali's Reich
( Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau.)
Stuttgart. Hallberger'sche Verlagshandlung, 1844

    1. Aus Mehemed Ali's Reich / Theil 3 / Nubien und Sudan
(Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau.) - 1844

2. Aus Mehemed Ali's Reich / Theil 2 / Ober-Aegypten
( Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau.) - 1844

3. Aus Mehemed Ali's Reich / Theil 1 / Unter-Aegypten
( Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau.) - 1844


Hermann von Pückler hat fast alle seine literarischen Werke unter dem Pseudonym "Der Verstorbene" veröffentlicht. Nur ein Werk gab er unter seinem Namen "Hermann Fürst von Pückler-Muskau" im Jahre 1834 (Stuttgart, 1834, Hallberger'sche Verlags-buchhandlung) heraus: Seine "Andeutungen über Landschaftsgärtnerei. Dazu hatte ihn sein Freund, der Muskauer Dichter Leopold Schefer gedrängt.


Hermann von Pückler wurde am 30.Oktober 1785 als erster Sohn des Grafen Karl Erdmann von Pückler, Herr von Branitz, im Schloß zu Muskau geboren. Die Mutter Clementine Gräfin von Pückler, eine Geborene von Callenberg, Erbtochter des Reichsgrafen Hermann von Callenberg und Standesherrn von Muskau, war erst 15 Jahre alt als das Kind geboren wurde. Die Eltern haben das intelligente und wilde Kind zur frommen pietistischen Erziehung nach Uhyst in die Interatsschule der Herrnhuter Brüdergemeine gegeben. Die drei Jahre, die er dort verbrachte, waren pietistische, fromme, emotiv wirksame Erziehung , die aus ihm ein jesusfrommes Kind machten und in ihm Toleranz, Weltklugheit, die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung und Eigenkritik beförderten; sie weckten in ihm aber auch einen bleibenden Widerwillen gegen frömmelnde Heuchelei und starren Dogmatismus. Der so gereifte wurde nun in das Franke'sche Pädagogium in Halle und das Philanthropinum in Dessau geschickt. Danach unterrichteten ihn Hauslehrer im heimatlichen Muskauer Schlosse, die seine Vielseitigkeit zu fördern wußten. Mit sechzehn begann er das Jurastudium in Leipzig, wo er jedoch nicht im stande war die für das Studium nötige Selbstdisziplin aufzubringen. Die "Freiheit" war ihm wichtiger. Bereits nach einem Jahr war er Leutnant in der sächsischen Armee. Nach zwei Jahren verließ er als Rittmeister am 15. September 1804 Dresden. Er begann jetzt zu reisen, nicht zuletzt um sich dem Einfluß des strengen Vaters und der launischen Mutter zu entziehen, er wollte erst zurückkommen wenn er Standesherr von Muskau sein würde: So reiste er nach Prag, Wien, Augsburg, München, Ulm, Stuttgart, Konstanz, Bern, Genf. Er Reiste nach Frankreich : Lyon, Avignon, Nimes, Marseille, Weiter nach Italien, Nizza, Genua, Bologna, Rom (1809), und nach Neapel, wo er den Vesuv bestieg, weiter nach Turin, Venedig, wieder nach Frankreich, Straßburg, Paris wo er sich jeweils mehrere Monate aufhielt. Auf diesen Reisen der Bildung -- seine Reisen waren seine Universitäten --, einer Zeit der Freiheit und unzähliger Erlebnise und Eindrücke, reifte in dem jungen Pückler der künftige Schriftsteller. Seine Erlebnisfähigkeit, seine ungezügelte Phantasie, seine Redegewandtheit und für die damalige Zeit typische blumenreiche Sprache der Romantik waren ihm wohl schon in die Wiege gelegt.


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In einer Zeit, als der Berliner Philosoph Johann Gottlieb Fichte seine Reden an die Deutsche Nation (1807/08) hielt und das pädagogische Prinzip "Mensch sein heißt selbsttätig sein zu vernünftigen Zwecken" propagierte, lebte Pückler bewußt oder unbewußt nach diesem Prinzip, er nahm sich diese Freiheit indem er sich von den Zwängen des Muskauer Elternhauses löste und im Reisen Freiheit und Unabhängigkeit fand, um eigene Zukunftspläne schmieden zu können.

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Im siebenten Lebensjahr wurde Hermann in die "herrenhutische1)" Intenatsschule nach Uhyst geschickt. Die pietistische, fromme, emotiv wirksame Erziehung machte aus ihm ein jesusfrommes Kind und beförderte in ihm Toleranz, Weltklugheit, die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung und Eigenkritik. Drei Jahre währte die Zeit in Uhyst. Er mußte nun nach Halle, der Hochburg des Pietismus in Deutschland, in das Franke'sche Pädagogium 2).

Eine weitere Episode der pädagogischen Bemühungen des Vaters war die Zeit am Philanthropinum (der Schule der Menschenfreundschaft) in Dessau 3) . Eine durchaus nicht schlechte Bildungs- und Erziehungskarriere, wie sie viele Adlige in Deutschland des 19. Jahrhunderts ihren Sprößlingen vorbehalten haben. Alle genannten Bildungseinrichtungen waren vom Gedanken des Pietismus geprägt.


Anmerkungen:

1) Herrnhut wird 1722 gegründet, doch seine Geschichte beginnt viel früher. 1457, vor mehr als 500 Jahren, entsteht eine der ersten evangelischen Kirchen in Böhmen, die Unitas Fratrum oder Brüder-Unität. Die "Böhmischen Brüder", wie sie auch genannt werden, berufen sich auf den Reformator Jan Hus, der 1415 in Konstanz als Ketzer verbrannt worden ist. Für ihre Gemeinschaft gelten einzig und allein die Aussagen der Bibel. In Folge der Gegenreformation kommen sie als Glaubensflüchtlinge Anfang des 18. Jahrhunderts auf das Gut von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf in der Oberlausitz (Sachsen). Er gewährt ihnen Asyl. Herrnhut, eine christliche Glaubensgemeinschaft, entsteht. Die Ausstrahlung dieser neuen Arbeits- und Lebensgemeinschaft erreicht in kürzester Zeit Menschen aus anderen Kirchen. Es ist nicht zuletzt das besondere Talent des Grafen Zinzendorf, der seine vom Pietismus geprägte Theologie weiterentwickelt. 1732, zehn Jahre nach der Gründung Herrnhuts, beginnt die Missionsarbeit. Auf allen Kontinenten entstehen in den folgenden Jahrzehnten Missionsstationen. Die Brüdergemeine wird - entgegen den ursprünglichen Bestrebungen von Graf Zinzendorf - eine selbständige Kirche.

2) Im 17. Jh. wurde innerhalb der ev.-luth. Kirche die Bibel hochtheologisch und für das unstudierte Volk unverständlich anhand der Schriften Luthers ausgelegt. 1675 kritisierte der Theologe Philipp Jacob Spener in der Schrift "Pia Desideria" (Fromme Wünsche) diese Zustände. Er forderte ein Umkehren hin zur Bibel und zu einem Glauben, der auf einer persönlichen Bekehrung beruht und sich im Leben des Christen ausdrückt. Als Spener 1684 als Oberhofprediger nach Dresden kam, breiteten sich seine Gedanken in ganz Deutschland aus. Während das Volk von der einfachen Predigt derart begeistert war, dass die Dresdner Hofkirche die Besucher nicht fassen konnte, distanzierten sich jedoch viele Geistliche von ihm. Der Erneuerung drohte ihr Ende. Als aber 1687 der Magister August Hermann Francke durch seine Bekehrung zu Gott fand, er seine Glaubens-erfahrungen an der theologischen Fakultät der Universität in Leipzig zu vermitteln begann, kam es zu einer "Studentenerweckung". Spener wurde nun von hunderten "wiedergeborenen" Theologiestudenten der Rücken gestärkt. Viele Theologen verspotteten die Anhänger Franckes und Speners in Anlehnung an dessen oben benannte Schrift mit dem Namen "Pietisten".

Als Spener aus Sachsen verwiesen wurde, weil er den Kurfürst Johann Georg III. bezüglich seines Alkoholkonsums ermahnt hatte, und Francke das Lehren an der hunderten "wiedergeborenen" Theologiestudenten der Rücken gestärkt. Viele Theologen verspotteten die Anhänger Franckes und Speners in Anlehnung an dessen oben benannte Schrift mit dem Namen "Pietisten".
Als Spener aus Sachsen verwiesen wurde, weil er den Kurfürst Johann Georg III. bezüglich seines Alkoholkonsums ermahnt hatte, und Francke das Lehren an der Leipziger Universität verboten wurde, weil er hier auf heftige Gegenwehr der Professoren gestoßen war, kam es zum jähen Ende des Pietismus in Sachsen. Spener ging nach Berlin und setzte sich dafür ein, dass Francke die Pfarrstelle in Halle-Glaucha übertragen wurde. Francke fand eine verwahrloste Gemeinde vor, in der es aber schnell zu Veränderungen kam. Francke startete ein tägliches Gemeindegebet früh und abends, zu dem bald nicht mehr nur 20 sondern bis zu 250 Gemeindeglieder kamen. Der ganze Ort veränderte sich daraufhin. Francke begann 1695 mit dem Aufbau eines Waisenhauses und verschiedener Schulen, die bis heute als die Francke'schen Stiftungen bekannt sind. 1727 wurden hier fast 3000 Kinder nach den Zielen des Pietismus unterrichtet und erzogen. Oberstes Ziel war, dass sie Gott erkennen. Dazu diente eine strenge, aber liebevolle Erziehung und Bildung mit dem Schwerpunkt auf Gebet und Bibel.

3) Am 27. Dezember 1774 eröffnete Johann Bernhard Basedow feierlich eine "Schule der Menschenfreundschaft" (Philanthropinum), wie er das Institut in der Schrift "Das in Dessau errichtete Philanthropinum, eine Schule der Menschenfreundschaft und guter Kenntnisse für Lernende und junge Lehrer [...]", Leipzig 1774, mit der er für das Experiment warb, selbst nannte. Neben Basedow unterrichtete an dem neuen Institut auch Christian Heinrich Wolke (1741-1825), der später auch die Leitung übernehmen sollte. Ein "Unterlehrer" und drei Schüler, darunter Basedows Tochter Emilie, die später durch ihr immenses Wissen auffiel, gehörten zum Beginn der Musterschule. Das Philanthropinum gewann rasch große Aufmerksamkeit weit über Dessaus Grenzen hinaus.


Graf Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau im Jahre 1815 im 30. Lebensjahr.



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Am ersten Mai 1915 gibt er den Muskauer Bürgern seinen Plan einer Parkgestaltung bekannt.
Im Juni 1822 verleiht der preußische Staat dem Muskauer Standesherrn Pückler den Titel eines Fürsten. Sein Schwiegervater, der mächtige Staatskanzler Karl August Fürst von Hardenberg (1750 -1822) hatte sich dafür eingesetzt.
Der Preis: 4000 Taler

1817 heiratete er Lucie von Pappenheim (1776 - 1854), mit der ihn im Laufe der Jahre eine tiefe Beziehung verband, welche durch eine gemeinsame Kunst- und Lebensanschauung begründet war.



.......Lucie (1776-1854),
verh. mit Karl Theodor Graf zu Pappenheim (1771-1853) und
Hermann Ludwig Heinrich Fürst Pückler-Muskau
(geb. 30. Oktober 1785, gest. 4. Februar 1871)......


 Siehe Ägypten heute bei:  http://www.alfredrichter.de/Reiseberichte/Egypt/egypt.html


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Machbuba
Dieses Dokument wurde zuletzt aktualisiert am 15.02.2007.