Laienbrevier

Februar
XXVI.

Was ist die Welt wohl wert, du reiner Geist? —

Ich weiß es nicht; den Toten wohl sehr wenig;
Den Alten etwas wen'ger wenig, mehr
Der Jugend, mehr den Anteil, Alles aber
Vielleicht der Liebe zu ihr.
                                        Wenig sind
Die Dinge, wenig ist das Leben selber;
Am Ende ist und war es nichts, ja garnichts,
Als unser Traum davon, als unsre Sehnsucht
Danach, als unsre Freud' und Lust daran
Und unsere Zufriedenheit damit.

In unsrem Herzen liegt der Wert der Welt;
Wir ziehn durch sie vorüber, wie die Sonne
;

So hell wir glänzten und so warm wir strahlten,
So viel wir Blumen aus der Erde lockten —
So schön, so freudevoll war unser Tag!

Der Mond wird schlecht von unsrer Erde sprechen,
Weil er mit kaltem Schein sie nachts nur sieht.
————————
Orginalfassung

 
Bearbeitung: Horst Georg Padelt - 2006