Dschem, Cem
Aus der Geschichte
des Osmanischen Reiches

bullet1 Neunzehntes Buch

 
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     S. 250



    Bajesid II.
    zum Sultan
    ausgerufen

    Bajesid kommt nach Constantinopel und behauptet den Thron wider seinen Bruder Dschem, der nach Aegypten flieht, dann wieder zurückkehrt , den Krieg erneuert, geschlagen nach Rhodos flüchtet, nach Frankreich als Gefangener abgeführt wird, und endlich zu Neapel vergiftet stirbt.

    Den Tod des Sultans dem Heere und der Hauptstadt zu verheimlichen, bis der Nachfolger in der Mitte von beyden, war des Grosswesirs höchstes Bestreben; eine schwierige Aufgabe, deren Nichtlösung nicht nur dem Prinzen den Thron, sondern auch dem Wesire den Kopf kosten konnte, und wirklich kostete, jedoch nicht unverschuldet. Sobald Mohammed den Geist ausgehaucht, liess der Grosswesir Mohammed Nischani, der Karamanier, den Leichnam in einem Wagen nach Constantinopel führen, von dem gewöhnlichen Zuge der Leibwachen begleitet, als ob der Herr noch im Leben, bloss um durch Bäder die Krankheit zu lindern, für einige Tage nach der Hauptstadt zurückkehrte. Den Kämmerer Keklik a) Mustafa fertigte er als Eilbothen an Bajesid, den ältesten Prinzen, Statthalter von Amasia, ab, zugleich aber verrätherisch gegen diesen einen seiner Vertrauten an den Prinzen Dschem, den Statthalter von Karaman, in der Absicht, diesem den Besitz des Thrones vor dem erstgebornen Bruder zuzuwenden. Zu Constantinopel und an der asiatischen Küste, wo das Heer lagerte, liess der Grosswesir die Landungsplätze sperren, und die Fahrzeuge in Beschlag nehmen, um alle Gemeinschaft zwischen der Hauptstadt und dem Lager zu unterbrechen. Die Adschemoghlan, d.i. die Recruten der Janitscharen, befehligte er aus der Stadt hinweg,

    a) So nennen denselben Neschri und Seadeddin; Alali heisst ihn Leilek; jenes heisst Mustafa das Repphuhn, 
     dieses Mustafa der Storch.

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    5.Rebiulewwel 886
    4. May 1481
    Bajesids Ankunft
    zu Constantinopel

    um Brücke über den Strom der Elephantenwiese †, in der Nähe des Lagerplatzes des Sultans, auszubessern. Durch diese verlautete dem Heere das Geheimniss, dass der Eroberer nicht mehr lebe. Sogleich erhob sich das vielköpfige Ungethüm der Janitscharen in wildem Aufrühre. Sie bemächtigten sich einiger zu Pendik liegenden Schiffe mit Gewalt, fuhren mit denselben nach Skutari, und von da nach Constantinopel, überfielen die Häuser der Juden und Reichen, raubend und verheerend, und schlugen den Grosswefir todt. So fiel Mohammed der Karamanier, der erste Grosswefir im Janitscharen-Aufruhr, und zeichnete mit seinem Blute die Bahn vor, welche nach ihm noch so manche seiner Nachfolger betreten sollten. Ishakpascha, welchen der Eroberervon Selefke berufen, und ihm die Befehlshaberschaft der Hauptstadt aufgetragen, fasste mit starker Hand die ihm anvertrauten Zügel der Gewalt, um wenigstens für den Augenblick Ordnung wieder herzustellen und zu erhalten. Zwey Prinzen, Enkel Mohammeds, waren im alten Serai als Unterpfänder der Treue der Söhne des Eroberers aufbewahrt. Prinz Korkud, der Sohn Sultan Bajefids, und der Prinz Oguschan, der Sohn Sultan Dschems, jener im Knabenalter, dieser noch Kind, denn Dschem selbst hatte kaum zwey und zwanzig Jahre vollendet. Das Heer sprach sich für Bajefid, und um so lauter aus, weil es bekannt, dass der erschlagene Grosswesir den Bruder begünstiget hatte. So wurde denn schon vier und zwanzig Stunden nach dem Tode des Sultans, und sogleich nach dem  Grosswesirs, Sultan Korkud, bis zur Ankunft seines Vaters Bajesid, als Statthalter desselben ausgerufen † †
    Von den zwey Bothen, welche mit der Todeskunde an Sultan Dschem und Bajefid eilten, wurde der erste von Sinanpascha, dem Statthalter Anatoli's, welcher die Sultaninn, Bajefids Schwester, zur Gemahlinn hatte, aufgefangen und getödtet a),der andere 

    a)Sinanpascha (sind Seadeddins Worte Bl. 433. III. Bd. in der Handschrift der k. k. Biblioth. Nro. 122) löschte die Zeilen des Briefes seines Lebens mit dem Finger des Schwertes

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    Sonntag
    21.Rebiulewwel 886.
    20. May 1481

    aber ritt hundert sechzig Stunden in acht Tagen, bis nach Amasia †. Schon am Tage darauf a) machte sich Bajesid mit viertausend Reitern auf den Weg, und traf am neunten zu Skutary gegenüber Constantinopel, ein. Das Meer war von Schiffen bedeckt, in denen die Grossen des Reiches, die Befehlshaber des Heeres ihm entgegen eilten, aber mitten unter dem Gewimmel von flaggenden Schiffen und jubelnden Kähnen drängten sich Fahrzeuge voll, Janitscharen bis an die Galeere des Sultans, mit dem Begehren, der Entfernung Mustafapascha's, des Sohnes Hamsabegs, welchen Ishakbeg als Nebenbuhler um das Grosswesirthum fürchtend, den Janitscharen als ihrer Soldvermehrung missgünstig beschrieben hatte. Der Sultan bewilligte das Begehren, und sandte seinen vertrautesten Wesir noch auf der Ueberfahrt zwischen Skutari und Constantinopel nach Asien zurück. Den Einzug in die Hauptstadt hielt er in Trauer, in schwarzen Wollenzeug gekleidet, den Kopf mit schwarzem Sasch umwunden. Vor dem Thore des Serai waren die Janitscharen in Reih und Gliedern aufgestellt, und überreichten durch ihre Befehlshaber eine Bittschrift, erstens: um Verzeihung des Mordes des Grosswesirs und der Plünderung der Stadt; zweytens: um Vermehrung ihres Soldes, wenn nicht durch regelmässige Zulage, doch durch ausserordentliches Geschenk. Beydes wurde bewilligt. Das zweyte Beyspiel des Thronbesteigungs-Geschenkes, das sofort bis ins Jahr tausend siebenhundert vier und siebzig ein stehender Artikel für die Ausgaben des Schatzes und des Einkommens der Janitscharen blieb b).  Mohammed der Eroberer hatte das erste Thronbesteigungs-Geschenk gegeben, welches, unter den folgenden Regierungen immer höher gesteigert, zwar nie die Höhe des Thronbesteigungs-Geschenkes der römischen Legionen unter den Kaisern erreichte, aber dennoch so hoch stieg, dass dasselbe, den erschöpften Finanzen des Reiches unerschwingbar, nach drey

    a) Seadcddin lässt den Sultan erst drey Tage nach Ankunft des Bothen aufbrechen, was aber mit der Ankunft am 11. Rebiul-ewwel nicht zusammen stimmt. b) Mouradjea D'Ohsson. Octav-Ausg. VII. Bd. 122.

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    21.May 1481.












    Streit um den
    Thron zwischen
    Bajesid und Dschem.

    Jahrhunderten bey der Thronbesteigung Sultan Abdulhamids , mitten im russischen Kriege, wieder aufgehoben ward † - Nachgiebig gegen die Janitscharen, wie der römische Kaiser Claudius gegen die Prätorianer, unterschrieb Bajesid durch diese Bewilligung die Urkunde seiner Schwäche und das Privilegium des Janitscharen - Einflusses auf Herrscher-Veränderung unter der Hoffnung wiederhohlten und erhöhten Thron-Leykaufes. Am folgenden Tage hatte das Leichengebeth am Sarge des Eroberers, unter Vorstande des Scheichs Ebulwesa, Statt. Der Sultan nahm den Sarg selbst aufseine Schultern, und trug denselben mit den Wesiren und Emiren bis zur Grabstätte, rückwärts der Moschee des Eroberers. Reichliche Almosen wurden gespendet, hierauf die Trauerkleider ausgezogen, und die Huldigungen dem neuen Sultan im vollen Schmucke dargebracht. Ishakpascha erhielt die oberste Würde des Reiches als Grosswesir, und Mustafapascha, welcher während der Ueberfahrt zurückgesendet worden, wurde nach Constantinopel berufen, und ihm die Wesirs-Stelle verliehen, deren Magnesia-Tschelebi, der vorige Heeresrichter, entsetzt worden war a).
          Das vom Eroberer gegebene Reichsgesetz des Brudermordes, hatte bey Bajesids Thronbesteigung nicht Anwendung gefunden, weil nur Ein Bruder vorhanden, und dieser entfernt und gerüstet, nicht nur zur Vertheidigung des Lebens, sondern auch zur Behauptung des Thrones. Diess war der unglückliche Dschem, dessen Nahme, in den von Zizimus verstümmelt, die gleichzeitigen europäischen Geschichten füllt, und der unsere Theilnahme nicht nur durch sein hinlänglich bekanntes tragisches Schicksal, sondern auch durch seine in Europa wenig bekannt gewordene wissenschaftliche Bildung als Schriftsteller und Dichter anspricht. Ausgezeichnet in den gymnastischen Uebungen der Ringkunst, und in den literarischen der Dichtkunst b)

    b) Seadeddin III. B. 437. b) Siehe seine Biographie in Chaberts Latifi S. 62 nach Latifi und Aaschikhasan, dann in den Biographien von Ahdi, Sehi, Rijafi und Kinalisade. Sein Diwan befindet sich auf der k. Bibl. 111 Berlin unter den v. Diez'schen Handschriflen Nro. 1,9.

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    aber zugleich der Ueppigkeit und der Schwelgerey ergeben †, lebte er als Statthalter von Karaman, in einem Kreise von Knaben und Dichtern, von denen Haider sein Siegelbewahrer, und Saadi sein Defterdar. Sobald er von des Vaters und seines Freundes, des Grosswefirs Mohammed des Karamaniers, Tode Nachricht erhalten, bracher mit einigen in der Eile zusammengerafften Truppen gegen Brusa auf, um sich vor der Hand in den Besitz der alten Besidenz des Beiches zu setzen. Bajefid sandte ihm seinen vorigen Hofmeister, Ajaspascha mit zweytausend Janitscharen auf der Strasse von Modania als Vortrab entgegen, und setzte selbst nach Shutari über, dort das ganze Heer zu sammeln. Ajaspascha fasste in Brusa's Vorstadt bey den warmen Bädern festen Fuss; Kedük Nassuh, welcher die Truppen Dschems befehligte, stand ausser der Stadt bey der Moschee und dem Grabmahle Jildirim Bajesids. Beyde unterhandelten mit den Einwohnern der Stadt um Einlass in die Mauern; aber die Bewohner, eingedenk der Uebel, welche der Bürgerkrieg der Prinzen Söhne Sultan Bajefids über ihre Stadt gebracht, und noch mehr durch die jüngste Plünderung Constantinopels erschreckt, schlössen die Thore den Janitscharen, und unterstützten die Truppen Dschems. Das Gefecht begann vor den Thoren der Stadt, Ajaspascha wurde mit den meisten Janitscharen gefangen. Dem Prinzen Dschem, der drey Tage hierauf zu Brusa ankam, öffnete die Stadt die Thore, er zog im Triumphe ein, und bemächtigte sich der Schätze des Schlosses. Von den Kanzeln wurde für Sultan Dschem, als den rechtmässigen Herrscher der Osmanen, gebethet, und auf seinen Nahmen Münze geschlagen. Achtzehn Tage lang genoss er in Buhe des Traumes der Herrschaft. Als er aber vernahm, dass Bajesid mit gesammelter Heeresmacht anrücke, sandte er an ihn eine Gesandtschaft, mit dem Antrage zu friedlicher Ausgleichung und Theilung der Herrschaft von Asien und Europa. Die Gesandtschaft bestand aus drey Gesetzgelehrten, den Mollas Ajas, Schukrallah und Hamdi-Tschelebi,und aus der alten Sultaninn Seldschukchatun,

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    Dschem wird
    geschlagen,
    und flieht
    nach Ägypten.

    welche die Tochter Mohammed des I., die Tante des Eroberers, und folglich die Grosstante der beyden Thronbehaupter. Bajesid beantwortete die Gründe, wodurch die ehrwürdige Grosstante auf sein Brudergefühl zu wirken trachtete, lakonisch mit dem arabischen Spruche: Es gibt keine Blutsverwandtschaft zwischen den Königena), und setzte seinen Marsch gegen Brusa fort. Er zählte nicht nur auf dieUebermacht seines Heeres , sondern auch auf Verrätherey in dem des Bruders. Durch geheimes Schreiben hatte er dem Obersthofmeister Dschem's, Jakob, dem Sohne Aschtin's, die Statthalterschaft Anatoli's, mit Einkünften von hundert tausend Aspern versprochen, wenn er statt Dschems Rückzug nach Karaman zu befördern, denselben in der Ebene von Jenischehr zu Stande brächte. Dem Antrage Bajefids gab der Obersthofmeister, und diesem Dschem Gehör b. Er theilte sein Heer in zwey Theile, sandte mit dem einen seinen Feldherrn, Kedük Nassuh, gegen Nicäavor, und zog sich mit dem Reste gegen Jenischehr zurück. Indessen war Prinz Abdullah, der älteste Sohn Bajefids, welcher unter Mohammeds Regierung als Statthalter von Ssaruchan zu Magnesia residirte, mit den Truppen seiner Landschaft in Bajefids Lager angekommen. Sobald er von Dschems Marsch gegen Brusa gehört, hatte er denselben Weg eingeschlagen, sich aber, nachdem er Ajaspascha's Gefangenschaft vernommen, gegen Balikesri an der Küste gewendet, war von dort nach Kallipolis, und über Constantinopel und Skutari nach Nikomedien gekommen, wo er seine Truppen mit denen des Vaters vereinigte c).
           Sobald Kedük Nassuh, welcher vor den Thoren Nicäa's an dem Obeliske aufgestellt stand, den Vortrab vom Beglerbeg Anatoli's, Sinanpascha, erblickte, zog er sich an den Pass von Afwad zurück, wo er von dem vordringenden Heere Sinanpascha's geschlagen, und

    ——————————
    a) La erhamun beinil-muluki. Seadeddin III. 438. Quae inserui ut qualiscunque inter Barbaros potuii esse prudeniia traderetur. Curlius L. V11I. b) Nach Neschri war diess vorzüglich der Rathschlag des Gesetzgelehrten Hasantichelcbi's, des Sohnes. B. 239. Seadeddin und Ssoloksade geben beyde die Angaben von Edris und Neschri. c) Seadeddin III. 438.

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    22. Rebiulachir 886.
    20. Junius 1481

    bis nach Jenischehr verfolgt ward. Bajesíd kam in Person noch am selben Tage nach Nicäa, brachte die Nacht im Passe von Afwad zu, und brach durch denselben am Morgen nach Jenischehr auf. Hier erschien an dem kaiserlichen Steigbügel Kedük Ahmedpascha, der Eroberer Kaffa's und Otranto's, welcher nach dem Tode Mohammeds von der Befehlshaberschaft der letzten Stadt abberufen, die Gnade des neuen Sultans, dem er als Prinzen durch harte Worte missfällig geworden, durch Versicherung treuen Diensteifers zu erwerben beflissen war. Der Beytritt solch eines Mannes galt so viel, als ein Hülfsheer im entscheidenden Augenblicke der Schlacht, welche am linken Ufer des Flusses von Jenischehr geliefert ward †. Schon waren Dschems Trupen zum Theil von der asiatischen Keiterey geschlagen, als der Verräther Jakob, der Sohn Aschtins, der verheissenen asiatischen Statthalterschaft eingedenk, von Dschem sich die Erlaubniss erbath, mit dem besten Theile des Heeres das Bajesids vom Uebergange über den Fluss abzuwehren. Sobald er des Prinzen Zustimmung erhalten, führte er den ihm anvertrauten Kern von Dschems Macht zu Bajefíd über, und entschied dadurch für diesen den Gewinn der Schlacht, welche von Morgen bis Mittag gedauert hatte, und zu deren Ende auch die aus ihrer Gefangenschaft zu Brusa befreyten Janitscharen Ajaspascha's herbeygeeilt waren. Die Flucht der Turkmanen, Karamanen, Torghuden und Warsaken, aus denen Dschems übriges Heer bestand, ward allgemein. Dschem selbst floh in solcher Eile, dass er noch am selben Tage Abends an den Pass von Ermeni kam, der zwey gewöhnliche Tagreisen vom Schlachtfelde entlegen. Zu Ujudschik stieg er vom Pferde , um sich die Wunde am Schenkel, die er auf der Flucht durch einen Hufschlag erhalten, zu verbinden, setzte seinen Weg die Nacht hindurch im Schritte fort, und kam mit Sonnenaufgange zu Eskischehr an. Er hatte nicht nur in der Schlacht das ganze Gepäcke verloren, sondern war auch während seines Durchzuges durch den Pass Ermeni von den Turkmanen desselben der wenigen

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    27. Bebiulachir 886
    Am 25. Jun. 1481.


    1.Dschema-fiul
    -ewwel 886
    28. Jun. 1481






    22.Dschema-fiul
    -ewwel 886
    19. Julius 1481.

    1. Schaaban 886
    25. Sept. 1481.

    26. Sept. 1481.



    Bajesids
    Verfügungen
    nach Dschems
    Flucht.

    mitgeführten Packpferde beraubt worden, so dass ihm sein Kämmerer, Sinanbeg, seinen Oberrock a) musste, ihn vor der Kühle der Nacht zu schützen. Am siebenten Tage nach der Schlacht erreichte er Konia, wo er drey Tage ausruhte, und dann mit seiner Mutter und dem übrigen Harem nach Syrien und Aegypten aufbrach. Am Berge Bulgar erreichten ihn mehrere der zurückgebliebenen Flüchtlinge, die, von Ujsbeg befehligt, das Land als Räuber behandelten, so dass nur mit Mühe und Schmeichelworten ihren Ausschweifungen Einhalt gethan werden konnte. Zu Tarsus ward Dschem vom Beg dieser Stadt, zu Adana von dem turkmanischen Fürsten der Ramasan festlich bewirthet. Die ägyptischen Beglerbege, Statthalter von Haleb und Damaskus, liessen nichts an ehrenvollem Empfange ermangeln, und zu Damaskus ward er mit den dreyhundert Personen seines Gefolges im Pallaste Ablak einquartiert b). Nach einem Aufenthalte von sieben Wochen zu Damaskus besuchte er Jerusalem, und ging u Schaaban über Hebron und Ghafa nach Kairo, wo ihm der ganze Hof, den Sultan ausgenommen, entgegen kam, und wo er im Pallaste des Diwidars, d. i. des Grosswesirs der tscherkassischen Sultane, abstieg. Am folgenden Tage wurde er in förmlichem Zuge nach dem Pallaste des Sultans Kaitbai geleitet, der ihn mit Handschlag und Umarmung als Vater empfing, ihm tröstende Worte gab, und ihm ein königliches Köscht zur Wohnung anwies.
          Bajesid war vom Schlachtfelde bey Jenischehr den Spuren des fliehenden Bruders gefolgt; als er an den Pass von Ermeni kam, erschienen die Turkmanen der Gegend mit der Bitte um Befreyung von Steuern und Abgaben zur Belohnung ihres Benehmens gegen Dschem, den sie auf seinem nächtlichen Durchzuge seiner übrigen Habe beraubt, und ihn selbst bald gefangen genommen hätten. Der Sultan billigte, dem Scheine nach,ihren Diensteifer für die gute Sache, und befahl, dass Alle, die solches Verdienst theilten, an seiner Pforte erscheinen sollten. Als nun die Theilnehmer des Raubes und auch andere, in Erwartung

    a) Kepenek ist daa türkische Wort. b) Seadeddin III. B. 444


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    Kedük Ahmed,
    erst verungnadet,
    dann wieder
    Karaman
    befehligt.

     

    sicherer Belohnung, in Haufen zusammengelaufen waren, liess er sie insgesammt ans Kreuz schlagen; das Beyspiel Musa's, des Sohnes Bajesid des I. befolgend, welcher auf ähnliche Weise den Mördern seines Bruders Suleiman gelohnt hatte. „Diess,“ sagte er, „ist der Lohn der Sclaven, die sich unbefugt in die Geschäfte der Sultane „mischen. Ihnen steht nur zu, das Joch desjenigen zu „tragen, der es ihnen auflegt a; wenn zwey Erben des „Reiches um dasselbe streiten, hat sich kein Fremder „darein zu mengen; was untersteht sich so niedriges „Gesindel, die Hand nach dem Höchsten auszustrecken !“ In Konia machte Bajesid auf der Wiese Filibat Halt, übertrug dem Kedük Ahmedpascha die Verfolgung Dschems, übergab die Statthalterschaft Karaman seinem Sohne Abdallah, und kehrte auf der Strasse von Ilghun nach Constantinopel zurück. Als er gegen Brusa kam, forderten die Janitscharen die Plünderung der Stadt, weil die Einwohner derselben ihren Brüdern unter Ajaspascha's Befehle die Thore gesperrt, und Dschems Heer unterstützt hatten. Als der Sultan die Plünderung nicht gestatten wollte, empörten sie sich. „Wackere „junge Männer,“ redete sie Bajesid an, „schenkt mir „die Stadt“ b). Nur mit tausend Aspern für den Mann erkaufte der Sultan von den empörten Janitscharen diess Geschenk und ihre Ruhe.
          Als Kedük Ahmedpascha, den flüchtigen Dschem verfolgend, bis Heraklea gekommen war, erhielt er den Befehl des Sultans, das Heer zurück zu führen, dem Prinzen Abdallah vier Fahnen zurück zu lassen, und nach Constantinopel zu kommen, wo er als Wesir im Diwan sass. Stolz und halsstarrig, und seiner vorigen Macht als Grosswesir und erobernder Feldherr des Eroberers stets eingedenk, zog er sich Bajesids Ungnade zu, und wurde im Zimmer der Thorwärter des Serai, aus welcher Haft der Weg gewöhnlich nur auf den Richtplatz führt, eingesperrt.

    a) Anlara lasim olan saltanet kime nassib olursa ribkai itaat rakbelerin idchal dür. Seadeddin III. B. Stolaksade. b) Jigitler Brtttaji bona bagitchlan. Neschri B. 23g. Seadeddin III. 441. Saolaksade, Edris.

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    Nur auf Fürbitte des Grosswesirs Ishakpascha entliess ihn Bajesid der Haft, und nahm ihn abermahl als Wesir zu Gnaden auf, denn es bedurfte seines starken und geprüften Armes zur Beruhigung von Karaman. Kasimbeg, der letzte Sprosse der Fürsten von Karaman, welcher erst bey Ufunhasan, und dann bey dessen Sohne Jakub Zuflucht gesucht und Hülfe gefunden, war über Larenda streifend eingebrochen, hatte den Beglerbeg von Karaman, Alipascha den Verschnittenen, welcher dem Prinzen Abdallah an die Seite gegeben war, auf der Wiese von Perwane geschlagen, und lag belagernd vor Konia a). Ahmed Kedük, welcher vorzüglich auf des Wefirs Mustafapascha Einstreuungen verhaftet worden, und nun, weil man seiner bedurfte, wieder auffreyen Fuss gesetzt worden war , wollte nicht eher ins Feld ziehen, als bis er sich an seinem Feinde Mustafapascha gerächt. Von der Stimme der Janitscharen unterstützt, begehrte und erhielt er vom Sultan Mustafapascha's Verhaftung, und zog dann mit zweytausend Janitscharen und viertausend Afaben und seinen eigenen Haustruppen ins Feld, indem er als Geissei seiner Treue seinen Sohn an der Pforte des Sultans zurückliess. Auf die Nachricht seiner Annäherung war Kasimbeg von Konia in das Steinland (das steinige Cilicien) geflohen, und Ahmedpascha, nachdem er die Truppen Karamans an sich gezogen, verfolgte ihn bis nach Selefke b). Da hier Mangel an Lebensmitteln für das gesammte türkische Heer, sandte Ahmed den Verschnittenen Alipascha nach Mut. Kasimbeg, der schon auf der Strasse nach Tarsus begriffen war, kehrte zurück, um den Verschnittenen anzugreifen. Dieser, des Angriffs gewärtig, flehte Ahmedpascha dringendst um Hülfe, und dieser gewährte sie eiligst. Kasimbeg, der sich den Vereinigten nicht gewachsen fühlte, täuschte ihre Erwartung, indem er Nachts Feuer in seinem Lager anzünden liess, zugleich aber wieder die Strasse nach Tarsus einschlug.

    —————————
    a) Seadeddin, Ssolakfade, Edris. b) Selefke (Seleucia) S. Beauforls Caramauia p. 2l3 u. 2j'|.

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    Dschems Rückkehr
    nach Kleinasien
    und weiterer Krieg
    mit Bejesid.

    28. Schewwal 886
    20. Dec. 1481

    22. Silöhidsche 886
    11. Febr 1482.

    5. Ssafer 887.
    26. März 1482

    17. Rebiulewwel 887
    6. May 1482.

    Ahmedpascha verfolgte ihn bis an den Fluss Teke, welcher das syrische und karamanische Gebieth als Gränze schied, wandte sich gegen das Schloss Ilmas a) verheerte es, vertheilte die Magazine desselben unter das Heer, während Alipasçha die Festung люп Selefke verproviantirte, und zog sich dann in die Winterquartiere von Larenda, dort das Frühjahr abzuwarten b).
          Während dieses Winters verrichtete Dschem von nach Klein-Aegypten aus die Wallfahrt nach den heiligen Städten c). Nach einem gastfreyen Aufenthalte von vierthalb Monaten zog er aus Kairo zuerst nach Mekka, und zwey Monathe darauf vollendete er die Stationen der Pilgerschaft am Grabe des Propheten zu Medina. Bey seiner Rückkunft nach Kairo erhielt er Einladungsschreiben nicht nur von Kasimbeg, sondern auch von mehreren Lehensträgern des osmanischen Heeres, nahmentlich von Mahmud, dem Sandschakbeg von Angora, welcher zu des Eroberers Zeit die Stelle des Janitscharen-Aga bekleidet hatte. Sie stellten ihm den Augénblick als günstig dar zur Eroberung des väterlichen Erbes. Hiedurch verleitet, brach Dschem von Kairo nach Haleb auf, wo er nach sechs wöchentlicher Reise eintraf. Hier traf ihn Mahmud, der Sandschakbeg von Angora, sammt den übrigen Flüchtlingen, welche die Winterquartiere Ahmedpascha's, und den Dienst des Sultans verlassen hatten. Bajesid , sobald er diese beunruhigende Nachricht vernommen, gab dem Ahmedpascha, dem er die Schuld dieses Abfalls eines Theils seines Heeres beymass, den gemessensten Befehl, den Prinzen Abdullah, grösserer Sicherheit willen, nach Karahissar zu übertragen, und ihm entgegen zu kommen. Er selbst brach nach Asien, und steckte die kaiserlichen Fahnen auf der Wiese von Aidos zur Sammlung des Heeres auf. Dschem war indessen nach dem Steinlande vorgerückt, wo ihm Kasimbeg
     
    a) Wo Ilmas gelegen , ist weder bey Beaufort, noch im Dschihannuma zu finden ; vermuthlich am Lamas (Latmus). S. Beaufort. 245. b) Seadeddin IU. B. 443. Edris 122. 123. Ssolakfade B. 67. Nochbetul - tewarich B. 107. c) Prinz Dschem und eine Tochter Sultan Mohammeds I., Witwe Mahmuds, des Sohnes des Grossweiirs Ibrahim Pascha , sind die einzigen Glieder der Herrscherfamilie der Osmanen, welche die Wallfahrt nach Mekka verrichtet haben. S. Mour. D'Ohsson III. Bd. 256.

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    29. Rebiu-ewwel 887
    18. May 1482



    18. Rebiullachir 887.
    6. Junius 1482









    20. Rebiulachir 887.
    6. Junius 1







    20. Rebiul-achir 887.
    8. Junius 1482.

    zu Adana entgegen kam, und mit ihm ein Freundschaftsbündniss abschloss, kraft dessen, wenn Dschem zum Throne gelangte, dem Kasimbeg lebenslänglich die Herrschaft von Karaman versichert ward. So kamen sie verbündtet nach Heraklea, von wo Dschem seinen Kämmerer Sinanbeg mit Friedensanträgen an Ahmedpascha sandte, in der Hoffnung, denselben hiedurch einzuschläfern; denn Mahmudbeg, der Ueberläufer, folgte dem Unterhändler auf dem Fusse mit einem Streifheere nach, damit den Kedük Ahmedpascha und Prinzen Abdullah zu überfallen a.) Kedük Ahmedpascha war, dem Befehle des Sultans gemäss, von Larenda aufgebrochen , und hatte sich nach Konia gezogen, um von hier den Prinzen Abdullah in das feste Schloss Karahissar zu geleiten. Bey den Alpen von Tschukurtschemen, d.i. der Grubertwiese ober Konia, kam es zwischen Ahmedpascha und Mohammed, dem Anführer der Reiterey Dschenis, zum Handgemenge, ohne entscheidenden Erfolg; zu Sidi Ghafi vereinigte sich Kedük Ahmed mit dem bis dahin vorgerückten Lager des Sultans, welchem hier er und der Prinz die Hand küssten. Indessen waren Dschem und Kasimbeg bis vor Konia gekommen, das sie zu belagern sich bemühten. Da Alipascha's tapfere Verteidigung ihnen die Hoffnung der Einnahme raubte, erbath sich Mahmudbeg, derUeberläufer, von Dschem die Erlaubniss, mit tausend Mann bis Angora zu streifen, um Weib und Kinder, die er dort zurückgelassen, zu entführen. Er hatte den Schmerz, zu finden, dass dieselben auf des Sultans Befehl nach Constantinopel abgeführt worden. Er griff den Suleimanpascha von Amasia an, der auf dem Wege nach dem Lager des Sultans vorbey zog. Der Ausschlag des Gefechtes war unglücklich für Mahmudbeg, dessen abgeschnittener Kopf als Siegeszeichen an den Sultan gesandt ward. Dschem, in der Hoffnung, den Suleimanpascha aufzuheben, war zwey Tage hernach in Eilmärschen nach Angora gekommen, wo er aber nur die Nachricht vom Anmärsche des Heeres Bajesids fand. 

    ————————
    a) Seadeddiu III. B.446. Saolaksade B. 67. Neschri B. 240. Edris B. 123.

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    Hiedurch entmuthigt, zerstreute sich Dschems zusammengelaufenes Heer, und er ergriff eiligst die Flucht über Akschehr und Heraklea nach dem steinigen Cilicien (Taschil). Iskenderpascha, der denselben mit wohlberittener Truppe verfolgt, machte zu Heraklea, wo die Reiterey in Nacht und Sumpf sich verirrte, Halt, und berichtete, dass Dschem sich ins Steinland gerettet, an den Sultan a.) Bajesid sandte den Segbanbaschi, d.i. Generallieutenant der Janitscharen, als Gesandten an Dschem, mit dem Begehren der Sendung eines Unterhändlers zu friedlicher Ausgleichung. Dschem sandte zuerst seinen Kämmerer, Sinanbeg, und dann seinen Defterdar, Mohammedbeg, mit dem wiederhohlten Friedensantrage, Unter der Bedingung von Länderbesitz in Asien. Von Bajesids Seite brachten die Gesandten, Bachschaischogli und Imam Ali, die Antwort: die Braut des Reiches könne nicht unter zwey Werber getheilt werden † er bäthe den Bruder, nicht ferner die Hufe seines Pferdes und den Saum seines Kleides mit dem unschuldigen Blute der Musulmanen zu beflecken, sondern seine bisherigen Einkünfte ruhig in Jerusalem verzehren zu wollen b.) Als der Vorschlag kein Gehör fand, rückte Hersek Ahmedpascha mit der asiatischen Reiterey gegen das Steinland vor c.) Dschem, auf ferneren Zufluchtsort bedacht, hatte sich darüber mit seinem Verbündeten, Kasimbeg † †, berathschlagt. Dieser missbilligte die Flucht nach Persien oder Arabien, und rieth zu der nach Europa, um nach dem Beyspiele Musa's, des Sohnes Bajesids I., in den europäischen Ländern des osmanischen Reiches die Fahne angemasster Herrschaft aufzustecken. Diesem Rathe folgend, sandte Dschem einen seiner Vertrauten, Suleiman den Franken,

    a) Seadeddin III. B. 445. Bey Sismondi heisst es: le 16. Juin 1482 il vainquit Zisim à Servizza près d'Iconium. Der Verfasser der griechischen Geschichte in der Turco-graecia S. 3o u. 34 nennt die Bewohner Ciliciens die turkomaniacben Stamme Warsak Βαρσαχιδωγ, Τουρχατυρλιδωγ, Καραμαγιδωγ b) Seadeddin III. В. 446. nach Caoursin: Pollicetur Bagyazil 200 millia nummorum, regium suppelectilem pueroi viginti si extra regni fines degat. c) Caoursin gibt die Streitkräfte Bajesids und Ahmedpascha's zusammen auf 200,000 Mann an: Fama est milites pene CC millia fuisse Zyzymi et Ciliciae Rex пес numero пес viribus pares.

     263



    Dschems Gesand-
    schaft und Ankunft
    zu Rhodos.

    30. Dschema-
    fiul-ewwel 887.
    17. Julius 1482

    3. Dtchema-
    fiul-achir 887.
    20. Julius 1482



    6. Dtchema-
    fiul-achir 887.
    23. Julius 1482.

    als Gesandten mit Geschenken an den Grossmeister von Rhodos, um von ihm freundschaftliche Aufnahme und Weiterbeförderung zu begehren. Dem Gesandten Dschems wurde volles Capitel der Dschems Geversammelten Ritter gewährt, und nach Abtritt dessel- undJnkunß ben dem Prinzen Dschem Sicherheit und gastfreye Aufnahme zugesagt a.).  Dschem war, nur von dreyssig Personen seines Gefolges begleitet, an der cilicischen Küste im Hafen von Kurkus (Corycos) angekommen, und hatte sich in der Erwartung der Antwort von Rhodos in ein karamanisches Fahrzeug geworfen . † Am folgenden Morgen erschien von der Seite von Anamur (Anemorium) die Barke seines Gesandten, Suleiman des Franken, mit dem sicheren Geleite des Grossmeisters, und dem vom Grossprior Castiliens, Don Alvarez de Zuniga, befehligten Geschwader, das ihn an Bord zu nehmen gesendet worden. Nach einiger Berathung mit seinem Gesandten, Suleiman, welchem die Erklärung des Grossmeisters nicht hinlängliche Freyheit zu gewähren schien, bestieg Dschem die Galeere des Ordens, und landete nach einer Fahrt von drey Tagen † † auf Rhodos. Er wurde mit den grössten Ehren empfangen. Eine Brücke, zehn Fuss lang und vier breit, ganz mit reichen Stoffen bedeckt, reichte vom Ufer bis an die Galeere, damit der Prinz zu Pferde aus derselben ans Land reiten konnte, wo ihn die Ritter bewillkommten, und dann in feyerlichem Zuge begleiteten. Die Strassen, wodurch der Zug ging, waren mit niederländischen und andern Tapeten behangen, mit Blumen und Myrthenzweigen geschmückt, die Fenster und Altanen mit Matronen und Jungfrauen gefüllt, die Terrassen der Häuser vom Volke bedeckt. Voraus gingen Diener und Sänger in festlichen Kleidern, französische Lieder singend , dann die hierosolymitanischen Jünglinge in seidenen Kleidern, endlich der Grossmeister auf goldgeschirrtem Streitrosse, dem Prinzen zur Linken, hinter ihm die Mitglieder des Gapitels. So war der Grossmeister bis auf

    a) Senatus Consultum: Regem excipiendum, alendum, fovendum. Caoursin.

     264
























    5. Redscheb 887.
    20. August 1482

    den Platz des heiligen Stephans entgegen geritten. Er grüsste den Prinzen nach morgenländischer Sitte, indem er dreymahl den Finger auf die Brust legte, reichte ihm die Rechte, unterhielt sich während des Zuges mittelst Dolmetsches, und begleitete ihn bis an den ihm zur Wohnung bestimmten Pallast der Zunge Frankreich †. Dschems Vertrauter, Alibeg, wurde mit einer Galeere an die cilicische Küste, an Kasimbeg abgesendet, um das zurückgebliebene Gepäcke und Gefolge sammt Frau und Kindern zu hohlen a). Jagden, Turniere und musikalische Feste verkürzten die Zeit des erlauchten Flüchtlings. Indessen kamen Abgeordnete, erst des Statthalters von Karaman, und dann des Wesirs Ahmedpascha, mit einem Schreiben des letzten und mit dem Antrage festen und beständigen Friedens, wenn der Grossmeister zur Schliessung desselben Gesandte an den Sultan schicken wolle. Der Grossmeister D'Aubusson und das Capitel, auf der einen Seite das Wohl des Ordens, und auf der andern die Pflichten zugesicherter Gastfreundschaft erwägend, und gewärtig, dass, wenn Dschems Auslieferung auch versagt würde, dessen Leben zu Rhodos durch Dolch oder Gift in offener Gefahr stände, beschloss, den Prinzen von Rhodos zu entfernen, und auf eine der Comthureyen des Ordens nach Frankreich zu senden b).   Um aber auch von Seite Dschems, im Falle derselbe wirklich, vom Glücke begünstigt, auf den Thron der Väter gelangen sollte, dem Orden alle mögliche Vortheile zu versichern, schloss der Grossmeister mit Dschem einen Vertrag, kraft dessen, wenn er zur Regierung käme, alle Häfen des Reiches den Flotten des Ordens geöffnet, alle Jahre dreyhundert Christen ohne Lösegeld losgegeben, und dem Orden hundert fünfzigtausend Goldgulden, zum Ersätze gehabter Kosten, bezahlt werden sollten c). Am letzten August schiffte sich Dschem mit seinen dreyssigBegleitern, und mit mehreren andern,

    a)  ScadeJilin III. B. 446. b) Caoursin und Vortot L. VII. c) Cet acte signe de sa propre main te gante encore dans tes archives de Malle et il est date du 5 du moii de Iiegieb de t'annee de VHegirc 887, ce out revient selott nolre martiere de compter au 3 t d'aoül de Vau de grace 1482. Vertot L. VII. Das letzte ist ein Rechnungifehier, denn der 5. Redscheu ist Jer20te, und nicht der 3ile August.

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    Dschems
    Fahrt und
    Ankunft in
    Frankreich

    aus der Sclaverey losgekauften Türken, auf einem vom Ritter Blanchefort a) , Neffen des Grossmeisters, befehligten Schiffe ein, und löste am ersten September die Segel †. Am selben Tage, wo Dschem aus dem Hafen von Rhodos nach Frankreich auslief, setzten die Gesandten des Grossmeisters an Bajesid, der Ritter Guy de Mont, Arnaud und Duprat, nach Asien über. Sie wurden ehrenvoll empfangen, und unterhandelten mit den von Bajesids Seite hiezu Bevollmächtigten, den zwey Wesiren Ahmed Kedükpascha, dem Eroberer Kaffa's, und Mesihpascha, dem Belagerer von Rhodos. Bald hätte sich gleich Anfangs die Unterhandlung zerschlagen, weil Ahmedpascha Tribut und die Auslieferung Dschems forderte. Dieses zuzugestehen, gestattete die Ehre des Ordens nicht. Auf Mesihpascha's Mahnung an Ahmed, dass der Sultan den Frieden durchaus wolle, überliess der kriegerisch gesinnte Ahmed dem friedlicheren Mesih die ausschliessliche Beendigung des Vertrages, welcher dahin abgeschlossen ward, dass Friede zu Land und See, und freyer Handelszug zwischen beyden Theilen; dass geflüchtete Sclaven, wenn sie die Religion nicht geändert, zurückgestellt, im entgegengesetzten Falle aber mit zwey und zwanzig Ducaten bezahlt werden sollen; dass das Schloss des heil. Petrus (zu Halikarnassos) eine sichere Freystätte für Flüchtlinge seyn, und der Friede während Bajesids Lebenszeit dauern solle † †.  Die Gesandten kehrten reich beschenkt, in der Begleitung eines türkischen, nach Rhodos zurück, welcher mit dem Grossmeister einen zweyten geheimen, bloss die Person Dschems betreffenden Vertrag abschloss, vermöge dessen sich der Sultan verband, jährlich mit erstem August fünf und vierzig tausend Ducaten unter der Bedingung abzuführen, dass Dschem in der Gewahrsam des Ordens gehalten würde † † †.
           Von der gezwungenen Abreise Dschems nach Frankreich bis zu seinem gewaltsamen Tode in Italien ver- 

    a) Der Nalime Blancheforts kommt bey Scadeddin als Pianca Kort vor, das f bloss durch einen Punct mehr in k verwandelt.

     266











    18. Schnaban 887.
    2. Oct. 1482















    3. Ramasa 887.
    16. Oct. 1482.

    flössen zehen Jahre, die er bald in weiterer, bald in engerer Gewahrsam des Ordens, des Königs von Frankreich, und endlich des Papstes durchlebte. Das Schicksal desselben greift zu tief in die Begebenheiten der Regierung Bajefids, in die Politik der gleichzeitigen europäischen Fürsten und in das natürliche Mitleid mit unglücklichen Prinzen ein, um nicht nach dem Beyspiele der osmanischen Reichsgeschichten noch weiter mit einiger Umständlichkeit erzählt zu werden, und zwar (wie es Seadeddin und Andere thun) hier ~leich in einem fort, um in der Folge den Faden der Begebenheiten der ersten zehn Jahre von Bajefids Regierung nicht durch öfteren Rückblick auf Dschem unterbrechen zu müssen †. Am neunten Tage der Fahrt war die Galeere, an deren Bord Dschem, nicht weiter als bis Stancho (Kos) gekommen, so widerwärtig war der Wind, und gerade einen Monath, nachdem sie aus dem Hafen von Rhodos ausgelaufen, ruhte sie in dem von Messina einen Tag lang aus. Wieder in der See, bewunderte Dschem am Tage das Schauspiel der Delphinen-Springbrunnen im Meere, und Nachts auf dem Lande die Flammenbeleuchtung des Aetna. Während seines Abendessens waren Lichter angezündet, welche ein neapolitanisches schnellsegelndes Schiff herbeyzogen, und den Prinzen der Gefahr aussetzten, in andere Hände zu gerathen, wenn er gesehen würde. Blanchefort versteckte denselben mit den Seinigen unter dem Verdecke, und setzte als Galeere des Ordens seinen Weg fort, unbelästiget von dieser und siebzehn andern neapolitanischen Galeeren, denen sie am nächsten Morgen an der apulischen Küste begegneten. Von diesem Abende an wurden zum Nachtessen keine Lichter mehr angezündet a) . Nach sechswöchentlicher Fahrt lief das Schiff im Hafen von Nizza ein. So sehr sich Dschem in der schönen Umgegend der Stadt gefiel, so äusserte er doch bald den Wunsch, seine Reise nach Rumili fortzusetzen, wohin alle seine Pläne von Herrschaft gerichtet seyn mussten. Der Capitän und die Ritter von

    a) Seadeddin III. 448. SsoUklàde 68.

     267
















    Dschems
    Aufenthalt in
    Frankreich.








    27. Silhidsche 887.
    5. Fehr, 1483.

    Rhodos wendeten ein, dass , da sie auf französischem Boden, die Abreise ohne Bewilligung des Königs von Frankreich nicht Statt haben könne; er möge zu diesem Ende einen seiner Abgeordneten mit einem der Ritter an den König absenden, die binnen zwölf Tagen zurück seyn würden. Dschem ordnete von seinem Gefolge den Chatibsade Nassuh-Tschelebi ab, der aber schon nach zwey Tagreisen aufgehalten und bewacht ward. In Erwartung seiner Rückkunft verflossen vier Monathe, während deren sieb Dschem seinem Hange zum Genüsse undzur Dichtkunst überliess, und unter andern durch einen Doppelreim auf die Stadt Nizza, dieselbe nicht nur jn den Jahrbüchern des osmanischen Reiches, sondern auch in denen der osmanischen Dichtkunst, für immer berühmt machte, und unter allen europäischen Städten, deren sonst keine von einem türkischen Dichter, und noch weniger von einem türkischen Prinzen besungen worden , auszeichnete †.
           Die einzige merkwürdige Begebenheit, welche die Einförmigkeit dieses viermonathlichen Aufenthaltes unterbrach, war die Lebensgefahr, welche dem Vertrauten Dschems, seinem ehemahligen Gesandten an den Grossmeister, Suleiman dem Franken, drohte. Eines Verbrechens willen, dessen die osmanischen Geschichtschreiber nur als lässlicher Sünde erwähnen, sollte er hingerichtet werden. Dschem befreyte denselben nur mit tausend Mühen aus den Händen der Gerechtigkeit, um dieselbe, wie er sagte, selbst zu üben. Wirklich sperrte er ihn in seine Schatzkammer ein, gab ihm aber dann die Mittel, in fränkischen Kleidern nach Rom zu entfliehen. Da die Pest zu Nizza und in der Gegend ihre Verheerungen begann, gab sie den schicklichsten den Prinzen weiter landeinwärts zu führen a). Er fand auf dem Wege seinen Abgeordneten, Nassuh-Tschelebi, und wurde über St. Jean de Maurienne b) nach Chambery c) geführt, dessen Befehlshaber; der Herzog von Savoyen d) , auf Besuch seines Oheims, des

    a) Die Stadt Aleschir Seadeddini scheint Exiles zu seyn. b) San Dschowan in Seadeddin. c) Dschemeri. d) Saudsche dukasi.

     268



    13. Moharrem 888.
    21. Febr,1483


    21. Dschema-
    jiul-ewwel 888.
    27. Jun. 1483.


    3o. Aug. 1483.

    Königs von Frankreich , abwesend war. Nach ein Paar Tagen wurde die Reise nach Roussillon a) , wo eine Comthurey des Joanniter-Ordens, fortgesetzt. Von hier aus sandte Dschem zwey seiner getreuen Bege, den Mustafabeg und Ahmedbeg, mit einigen handfesten Begleitern in fränkischer Kleidung, an den König von Ungarn ab, um die Sicherheit des Weges zu erkunden, den dieselben aber als sehr unsicher erfahren zu haben scheinen, weil nie mehr von ihnen Kunde gehört ward. Die Landedelleute der ganzen Gegend strömten nach Roussillon zusammen, um den Prinzen, Sohn des Eroberers von Constantinopel, von Angesicht kennen zu lernen. Auch der Herzog von Savoyen kam auf seinem Rückwege nach Chambery zu Roussillon vorbey, ein schöner Jüngling von vierzehn Jahren, welchem Dschem, von dessen Schönheit bezaubert, eine damascenische mit Gold eingelegte Waffe, die er in Syrien um fünfzig Ducaten gekauft, verehrte. Der Herzog versprach das Seinige zu thun, um den Prinzen aus den Händen der Ritter zu befreyen. Nach einigen Tagen wurde Dschem auf der Isere b) eingeschifft: von da fuhr er in die Rhone, auf deren rechtem Ufer er gelandet, und nach Le Puy c) geführt ward. Hier vernahm er, dass sich zu Chambery Huseinbeg, der Gesandte Bajesids, befinde, welcher von demselben erst nach Rhodos, und dann an den König von Frankreich gesendet worden war. Da dieser starb d), ehe der Gesandte au seinen Hof gelangte, benutzten die Ritter diese Begebenheit, um, unter demVorwande jetzt zu fürchtender Unruhen und Verwirrung, den Prinzen mit Gewalt seines Gefolges zu berauben. Achthundert Kürassiere umrangen das Gefolge desselben, und nahmen neun und zwanzig Personen mit Gewalt weg, die sie Kopf für Kopf verzeichneten. Vergeblich waren Dschems Vorstellungen , vergeblich sein Verlangen, den Gesandten seines Bruders zu sprechen. Es wurde ihm diplomatisch geantwortet,

    a) Redschilia b)Auf dem Flusse von Grennable, sagt Seadeddin III. B. 449- c) Pujat, im Delfinat nach Seadeddin. Eben da. c) Hier setzt Seadeddin ein falsches Datum an, nähmlich den 18. Redscheb, welches der 22te August.

     269



    Ende Ramasan 888.
    Ende Oktober 1483.

    29. Silhidsche 888.
    28. Jänn. 1484

    Bajesids Geschenk
    der Hand des heil.
    Johannes an
    Rhodiser.

    diess sey das sicherste Mittel, ihn der baldigsten Erfüllung seiner Wünsche zuzuführen; dem von ihm getrennten Gefolge würde nichts zu Leide geschehen. Dieses wurde nach Aiguere mortes a) abgeführt, und mit dem Gesandten Huseinbeg zu Nizza nach Rhodos eingeschifft b)
    Nach einer langen und beschwerlichen Winterfahrt von drey Monathen, langten sie endlich zu Rhodos am vorletzten c) Tage des mohammedanischen Jahres an. 
           Huseinbeg hatte, als er im May nach Rhodos gekommen war, mit dem vertragsmassig bedungenen jährlichen Unterhaltsgelde von fünf und vierzig tausend Ducaten als einen Beweis der besondern Freundschaft Rajesids für den Orden und Grossmeister, noch ein besonderes Geschenk mitgebracht. Dieses war, in einem cypressenen Kästlein in seidenes Tuch eingewickelt, die angebliche rechte Hand des heiligen Joannes des Täufers, welche, wie sein Haupt, nach mancherley Schicksalen nach Constantinopel übertragen, dort im Kloster Petreion schon fünf Jahrhunderte lang der öffentlichen Verehrung ausgesetzt, und endlich bey der Eroberung mit der Dornenkrone, dem Schwämme und der Lanze der Kreuzigung, in den Schatz des Sultans gerettet worden war; aus diesem wanderte die wundertätige Hand nun wieder nach Rhodos aus, und am drey und zwanzigsten May, als am Jahrestage, wo vor vier Jahren die türkische Flotte belagernd vor Rhodos erschienen, ward sie in feyerlicher Procession, in einer Capelle der Joanneskirche, der öffentlichen Verehrung unter grossem Jubel des Volkes ausgesetzt †. Wie konnte der Grossmeister und der Orden das Geschenk des Sultans, der ihnen die rechte Hand des Ordenspatrons sandte, wohl besser lohnen, als indem sie seinen in Gewahr gehaltenen Bruder, durch Trennung von seinen Getreuen, seiner rechten Hand beraubten, und dieselbe dem Sultan mit denselben Gesandten zurückfertigten! † †. Dschem, von seinen Leuten getrennt, blieb noch ein Paar Monathe zu Puy, wurde dann nach einem

    a) Alghomort. b) Seadeddin III. B. po. c) Richtig an einem Dinstage, wie Seadeddin sagt.

     270

    auf einem Felsen gelegenem Schlosse a), und von da nach Sassenage abgeführt, wo die Liebe und der Briefwechsel mit der schönen Philippine Helene die trüben Tage der Gefangenschaft des unglücklichen Prinzen aufheiterte †. Nach dem Aufenthalte von ein Paar Monathen wurde er nach Bourg Neuf b) geführt, dessen Schloss seit Langem im erblichen Besitze der Familie D'Aubusson, des Grossmeisters, der hier geboren war. Dschelalbeg, einer der Paar Leute, die noch beym Prinzen gelassen worden waren, blieb hier krank zurück. Die Reise ging nach Monthuel c), Moretel d), und nach dem an einem See gelegenen festen Schlosse des Herrn von Bocalimi, in welchem der Aufenthalt statt zwey Monathe, zwey Jahre dauerte c). Dschem, niedergeschlagen über so langwierige Gewahrsam und Mangel an Gesellschaft, sann immerwährend auf Mittel, seinen Hüthern zu entrinnen. Er sandte von seinen Paar Leuten den Sofi Huseinbeg in fränkischer Kleidung an den Prinzen von Bourbon, bey dem er drey volle Jahre umsonst zubrachte, und als der zu Bourg krank zurückgelassene Dschelalbeg wieder genesen, entwarf er auch mit diesem Pläne zur Befreyung. Die Hoffnung günstigen Erfolges leuchtete so heller, als vier der grössten Herrscher Europa's, der König von Frankreich, von Ungarn, von Neapel und der Papst, mit dem Grossmeister um die Befreyung Dschems unterhandelten, um denselben als Thron-Nebenbuhler an die Spitze ihrer wider Bajesid gerichteten Unternehmungen zu setzen. D'Aubusson's schlaue Politik erhielt sich, ungeachtet so mächtiger Bewerbung, im Besitze des Prinzen, und zog, ausser dem Unterhaltsgelde Bajesids, noch zwanzig tausend Ducaten von der Mutter und Gemahlinn Dschems in Aegypten, unter dem Vorwande der Ausrüstung der zur nächsten Ueberfahrt des Prinzen nöthigen Schiffe. Nach den osmanischen Geschichtschreibern soll sich D'Aubusson in diesen Unterhandlungen mehrerer blanker, mit Dschems Siegel unterfertigter Papiere bedient, diese mittelst Bestechung vom Siegelbewahrer des Prinzen erhalten, dann

    a) Dewschinul. b) Bui-go. c) Montel. d) Moretel. e) Bocalamik. S. über diese Ortsbenennungen das Journal asiatique T. V. p. l30 u. 256.

     271








    Versuchte
    Befreyung
    Dschems.

    in dessen Nahmen mit Schreiben an seine Mutter und Gemahlinn, und an die europäischen, für ihn sich verwendenden Könige, ausgefüllt, auf diese Weise von jenen das zur Ausrüstung der Schiffe nöthige Geld erhalten, und diesen mit der durch Dschems Siegel bekräftigten Versicherung, dass er, wohlgehalten und keines Wegs in gefänglicher Haft, aus freyem Willen auf den Schlössern des Ordens verweile, getäuscht haben a).
           Wiewohl das Mittel solcher Briefverfälschung mit der Politik des Jahrhunderts, und auch mit der sehr zweydeutigen, mit welcher D'Aubusson an Dschem alle Rechte der Gastfreundschaft verletzte, nicht im Widerspruche steht, so ist es doch kaum glaublich, dass irgend einer der Könige, welche um den Besitz Dschems buhlten, sich über den Mangel seiner Freyheit habe täuschen lassen. Während D'Aubusson in Verhandlungen mit dem Papste und dem Könige von Neapel begriffen war, ihnen den Prinzen zu überlassen, entzweyten sich diese, und Dschems Aufenthalt in Frankreich wurde dadurch um volle drey Jahre verlängert. Die Ritter brachten ihn in einen, für ihn besonders zur Wohnung erbauten, starken Thurm b) von sieben Stockwerken, dessen unterstes Geschoss der Keller c) , das zweyte die Küche, das dritte das Bedientengemach, das vierte und fünfte des Prinzen Wohn- und Schlafzimmer, das sechste und siebente für die ihn bewachenden Ritter bestimmt war †. Je länger, desto unerträglicher ward solche Gewahrsam dem unglücklichen Prinzen, der nun ernstlich auf Mittel der Flucht bedacht war. Der Grossmeister hatte ihm von den ihm weggenommenen und zu Rhodos gefangen gehaltenen Leuten seines Gefolges, den Kämmerer Sinanbeg und den Truchsess Ajasbeg mit Entschuldigungsschreiben und mit der Nachricht seiner baldigen Befreyung, zugeschickt. Da diese nicht zu Stande kam, sann Dschem mit seinen Gefährten selbst darauf. Die Seele des ganzen Anschlages war Huseinbeg, der nun zum zweyten Mahle als Gesandter

    a) Seededdin III. B 450. Ssolaksade, Nochbetul-tewarich. b) grosse tour nach Seadeddin. c) Kilar die Speisekammer.

     272
























    Dschems Einzug zu Rom.
    5. Silhidsche 893.
    9. Nov.1488.

    11. Rebiul-ewwel 894.
    12. Febr. 1489.

    Bajesids an den König von Frankreich gekommen. Huseinbeg war von Bajesid an den jungen König von Frankreich, Carl VIII., mit dem Begehren gesendet worden, ihm seinen Bruder auszuliefern, oder wenigstens seinem freyen Abzuge kein weiteres Hinderniss entgegen zu setzen. Als Geschenke brachte er statt Gold und Edelsteine wieder Reliquien, welche seit der Eroberung Constantinopels im Schatze des Sultans aufbewahrt worden waren. Aber seitdem die ausgewanderten Griechen Europa mit falschen Reliquien überschwemmt, war die Authentik der aus türkischen Händen kommenden so zweifelhafter. Der König wollte den Gesandten nicht einmahl sehen a), und liess den Unterhändlern des Papstes und des Ordens bedeuten, dass sie den Prinzen nach Italien führen möchten, und dass er sich der Vortheile, welche der Papst zum Besten der Christenheit daraus ziehen könne, erfreue; doch sollte für Dschems Siche

    rheit beständig durch eine Wache französischer Ritter gesorgt, und der Papst, im Falle er denselben ohne des Königs Wissen einem andern Monarchen auslieferte, zehntausend Ducaten zu zahlen gehalten seyn &dagger.  Dem Orden †  zur Entschädigung der demselben entgehenden jährlichen fünf und vierzigtausend Ducaten, und D'Aubusson erhielt zur Belohnung seiner Nachgiebigkeit den Cardinalshut, welcher schlecht auf den Kopf des Kriegers und Grossmeisters , aber desto besser auf den des verschlagenen Mönchs und wenig gewissenszarten Politikers passte. 
           So wurde Dschem im siebenten Jahre aus der Gewahrsam des Ordens in die des Papstes übergeben. Er verliess den Thurm mit sieben Stockwerken, ging über Marseille und Toulon, schiffte sich hier mit seinem Gefolge auf zwey rhodisischen Galeeren ein, und landete

    a) Ainsi le ministre de la Porte fut renvoyé ou rapport de Philippe de Comines sans avoir vu le Roi et sans avoir pu rien obtenir. Vertot L. VII.
    b) Le Chapeau de Cardinal dignité à la verit++c''' eminente, mais après tout peu convenable à un homme de guerre et surtout dans la personne d'un Souverain. Vertot L. VII.

     273



    1. Rebiul-achir 894.
    4. März 1489.

    10. Rebiul-achir 894
    13. März 1489.

    nach zwanzigtägiger Fahrt zu Civita Vecchia, von wo er sich auf das Schloss Francesco Cibo's, des Sohnes Innocenz VIII., begab, den Tag des feierlichen Einzuges erwartend. Dieser hatte am dreyzehnten März Statt. Das Gefolge Dschems eröffnete den Zug, die Wachen und Pferde des Papstes, seine Pagen, die der Cardinäle und des römischen Adels folgten. Der Vicomte de Monteil, der Bruder des Grossmeisters, der; sich bey der Belagerung von Rhodos so rühmlich ausgezeichnet, ritt neben Cibo, dem Sohne des Papstes; dann Dschem auf herrlich geschmücktem Schlachtrosse, hinter ihm der Prior von Auvergne und die andern zur Huth des Prinzen bestimmten Ritter französischer Zunge. Den Schluss machten der oberste Kämmerling des Papstes, die Prälaten und Cardinale. Dschem ward im Vatican einquartiert, und am folgenden Tage durch den Grossprior von Auvergne und den französischen Bothschafter zur feyerlichen Audienz eingeführt. Der Papst empfing ihn im versammelten Consistorium der Cardinäle auf dem Throne. Ungeachtet aller Vorstellungen des päpstlichen Ceremonienmeisters war Dschem nicht zu bewegen, den Kopf zu entblössen, oder die Knie zu beugen. Mit dem Turban auf dem Kopfe ging er, ohne sich nur zu verneigen, gerade auf den Papst, und küsste ihn auf die Schultern, hernach dessgleichen die Cardinäle a) . Kurz und stolz empfahl sich Dschem in den Schutz des Papstes, und begehrte geheime Unterredung b). In dieser erzählte der Prinz die Leiden seiner siebenjährigen Gefangenschaft und Trennung von Mutter, Weib und Kind, nach denen er sich sehne, und desshalb nach Aegypten zu reisen begehre. Der Papst ward durch die Thränen des unglücklichen Prinzen selbst bis zu Thränen gerührt.

     274









    Bajesids Verhandlunden
    mit Alexander VI in
    Betreff Dschems.

    Er stellte ihm vor, dass die Reise nach Aegypten mit dem Wunsche nach dem Besitze des Thrones für jetzt nicht zu vereinigen sey, dass der König von Ungarn seine Gegenwart an Rumili's Gränze fordere, dass vor allem sein Uebertritt zur christlichen Religion zu wünschen sey. Dschem antwortete mit Recht, dass er durch solchen Uebertritt das Todesurtheil der Gesetzgelehrten rechtfertigen, dass er seinen Glauben nicht um das osmanische Reich, nicht um die Herrschaft der Welt ändern würde. Innocenz lenkte ein, und entliess ihn mit tröstenden Worten.  
          In Rom befand sich damahls ein Gesandter des Sultans von Aegypten, welcher beym Einzüge Dschems demselben entgegengeritten, vom Pferde gestiegen war, dreymahl die Erde, und dann die Hufe seines Pferdes geküsst hatte a). Durch diesen erfuhr Dschem, wie der Grossmeister unter dem Vorwande der Ausrüstung der zur Ueberfahrt Dschems nöthigen Galeeren, den Sultan von Aegypten um zwanzigtausend Ducaten geprellt habe. Der ägyptische Gesandte verlangte den Ersatz von den Rhodisern, die sich unter Vermittlung des Papstes, und des ebenfalls in Rom gegenwärtigen Gesandten Bajesids mit fünftausend Ducaten abfanden b) . Der Gesandte Bajefids war sein Kämmerer Mustafa, welchen er ebenfalls mit Reliquien an den Papst gesendet, und zwar mit dem Rohre der Verspottung, mit dem Schwämme der Tränkung, und mit der Lanze der bohrung am Kreuze c), um mit demselben den Vertrag der Unterhaltskosten mit Dschem auf jährliche vierzigtausend Ducaten abzuschliessen d. Um das Kostgeld zu ersparen, soll Bajefid Meuchelmörder gedungen haben, um des Verkosteten und des Rostherrn zugleich sich zu entledigen, wenigstens bekannte Christoph Macrino del Castagno auf der Folter die Absicht dieses doppelten Meuchelmordes, des Prinzen und des Papstes e)

    a) Diario di Stefano Infessura p. ija5. Bey Siamondi XI. p. 3l8. b) Seadeddin III. B. 471. c) Spandugino p. 71. d) Reinald A. 1492. Bosiui de Cruce L. I. eh. 11, und nach ihm Daru Hist. de Venise III. p.146. e) Annal. •ecles. 1490. Diario di Stefano Infesaura p. 1251, und nach diesen Sismondi XI. p. 33o, und Roscoe Leo X. L. XLI.

     275
















    Dschems Unterredung
    mit Karl VIII. und
    Alexander VI.


    18. Sept. 1494.


    9. Nov. 1494.


    11. Jänner 1495.

    Dschem, seiner Gefangenschaft längst müde, gab dem an die Pforte des Sultans zurückkehrenden Gesandten die Versicherungen vollkommener Unterwürfigkeit und treuer Anhänglichkeit an seinen Bruder mit a). So lebte er drey Jahre lang am Hofe Innocenz VIII. im Vatican. Während der Todeskrankheit des Papstes wurde Dschem im Schlosse S. Angelo bewahrt, kehrte aber, sobald der neue Papst, Alexander Borgia, auf den Thron gesetzt worden, wieder in den Vatican zurück †. Borgia sandte der erste und bisher letzte der Päpste einen Gesandten an den Sultan, und liess sich mit Bajesid in Verkehr und Unterhandlung um des Bruders weitere Gewahrsame gegen jährliche vierzigtausend, oder Ermordung um dreymahlhundert tausend Ducaten ein für allemahl ein b)  . Der päpstliche Gesandte war der Ceremonienmeister, Georg Bocciardo, und durch des Papstes Freundschaftsversicherungen ward Bajesid so weit ermuthiget, ihm sogar einen Bischof zur Cardinalswürde anzuempfehlen † † 
          Während Borgia's Gesandter zu Constantinopel mit Bajesid um Verköstungsgelder oder Mordlohn Dschems unterhandelte, rückte das französische Heer, von Karl dem VIII. angeführt, in Italien vor, und am selben Tage, von welchem das erste der erhaltenen Schreiben Bajesids an Alexander datirt ist, stand Karl VIII. vor den Thoren von Asti c). Florenz verjagte die Medicäer und Pisa schüttelte das Joch florentinischer Herrschaft ab, und am letzten Tage desselben Jahres zog das französische Heer, mit seinem Könige an der Spitze, in Rom ein. Der Papst hatte sich aus dem Vatican in das Schloss S. Angelo geflüchtet, und auch den Prinzen Dschem wieder dahin bringen lassen d). Am eilften Tage nach dem Einmärsche der Franzosen wurde der Friede zwischen Alexander VI. und Karl VIII. unterzeichnet,

    a) Scadeddin III. B. Ä72. •>) Siebe den Briefwechsel Bajefids und Alexanders VI. nacb BussarJ bey Roscoe Leo X., und im V. Bunde der Fundgruben S. i83; von Bclin i. J. 1759 zu Bes.incon aufgefunden, und an den französischen Stauts-Secrctär eingesendet. ') Lc 19. Scptembre ll entiu dans Asli. Sismondi XII, p. i35. d) lieber den Aufenthalt des Papstes im Schlosse Crescentio's oder S. Angelo s. Guicciardini u. Sismondi, über den des Prinzen erstattet Seadeddin Bericht im III. Bande. 473.

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    22.Febr. 1495.

    und eines der Bedingnisse dieses Friedens war, dass Dschem dem Könige ausgeliefert werde, um sich desselben als Mittel zur Ausführung seiner ferneren weit aussehenden Eroberungspläne bedienen zu können a). In der ersten Unterredung zwischen Karl, Borgia und Dschem, redete diesen der Papst zum ersten Mahle als Prinz an, und fragte ihn, ob er dem Könige von Frankreich, der ihn begehre, folgen wolle. Ich bin, entgegnete Dschem, nicht als Prinz gehalten, sondern als Gefangener, sey es, dass dieser mich nehme, oder dass ich noch länger hier im Gefängnisse verbleibe. Beschämt durch diese Antwort Dschems, sagte der Papst, der Himmel verhüthe, dass Ihr ein Gefangener seyed, Ihr seyd beyde Fürsten, und ich stehe zwischen Euch nur als Dolmetsch b). Am dritten Tage nach dieser Unterredung c) hatte Dschem eine zweyte mit Karl und dem Papste, in welcher dieser ihn dem Könige, und dieser seinem Hofmarschalle übergab d) . Tages darauf brach Dschem von Rom auf, und gelangte, vom Sohne Borgia's begleitet, nach Velitri, wo er fünf Tage blieb. Er war Zeuge der Schreckensscenen des Blutbades von Montefortino und Monte San Giovanni †, und zog mit dem französischen Heere in Neapel ein. Indessen war der Genueser Bocciardo, der Bothschafter Borgia's an Bajesid, mit einem Bothschafter des letztern, zu Ancona angekommen, wo ihnen Johann von Rovere, der Präfect von Sinigaglia, welcher die Partey Julians des Cardinals, des nachmahligen Papstes, des Zweyten dieses Nahmens, ergriffen hatte, die für zwey Jahre mitgebrachten Verköstungsgelder Bajesids ab, und sie selbst in Gewahr nahm. Der türkische Bothschafter entfloh zu Franz von Gonzaga, dem Markgrafen von Mantua, der, damahls in freundschaftlichen Verhältnissen mit Bajesid , diesem seinen Bothschafter zurücksandte e).

    a) Guicciardini n. Sismondi eh. XCIV. T. XII. p. 187. b) Seadeddin IM" B. 47^. Nach Paolo Giovio küsste Dschem dem Könige Hand und Schulter' nnd bath den Papst, ihn in dessen Gnade zu empfehlen. c) Seadeddin piht das Datum den 1. Dschemafiul-ewwel. d. i. den 7.7. Jänner an, was falsch , da nach Alegretto Alepretti Diar. Sanesi p. 8.18 (bey Sismondi XII. loa) Karl VIII. Rom schon am 23. Jänner verliess. d) Seadeddin III. B. 474. e) Paolo Giovio L. II. Guicciardini I. Sismondi XII. p. 190.

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    Dschem stirbt
    vergiftet.



















    29. Dschema-
    fiul-achir 900
    24.Febr. 1494.


            Borgia, der verfallenen Verköstungsgelder und der Dtchm Hoffnung der künftigen verlustig, griff zu dem einzigen noch übrig gelassenen Erwerbmittel mittelst türkischen Goldes, durch Dschems Vergiftung. Ueber die That selbst langsamer Vergiftung stimmen die italienischen und türkischen Geschichtschreiber überein, nur nicht über die Art und Weise derselben. Nach den ersten wurde dieselbe durch ein weisses , dem Zucker beygemischtes Pulver bewirkt, womit Borgia seine Cardinäle, und zuletzt sich selbst vergiftete †; nach den zweyten durch ein vergiftetes Barbiermesser, welches durch einen kleinen Ritz das langsam wirkende Gift ins Blut vermischte a). Die Osmanen nennen den Barbier Dschems, Mustafa, einen griechischen Renegaten, der hiezu vom Papste erkauft, sein Verdienst in der Folge auch bey Bajesid so geltend zu machen wusste, dass er von Ehrenstufe zu Ehrenstufe, und zuletzt gar zur höchsten des Reiches, zu der des Grosswesirs, befördert ward. Als Dschem nach Neapel kam, war er schon so schwach, dass er das Schreiben seiner Mutter aus Aegypten, das er hier erhielt, nicht mehr lesen und vernehmen konnte. Sein letztes Gebeth soll gewesen seyn: O mein Gott! wenn die Feinde des Glaubens sich meiner bedienen sollen, um wider die Bekenner des Islams verderbliche Pläne auszuführen, so lass mich diese Tage nicht erleben, sondern nimm meinen Geist ehestens zu dir. Er gab denselben auf in der Nacht vom Montage auf den Dinstag am vier und zwanzigsten! Februar. Seine Kämmerer,  Sinanbeg und Dschelalbeg, wuschen den Leichnam , und verrichteten das Leichengebeth. Der König von Frankreich bedauerte aufrichtig seinen Tod, sandte Specereyen, den Körper einzubalsamiren, und liess denselben zu Gaeëta beysetzen b). Dschelalbeg und Ajasbeg blieben als Hüther am Grabe zurück, Sinanbeg aber eilte verkleidet nach Constantinopel, dem Sultan die Nachricht des Todes zu bringen. Die Verlassenschaft

    a) Scadeddin III. 474- F.dris 126. Ssolaksade. Nochbetul-tewarich. Aali. 
    b) Die italieuischen Geschichtschreiber geben das Datum des 26., welches das des Begräbnisses. Üeber Dschems Vergiftung siehe auch Ruscoe's Leu X. 1. Appendix XLI , wo auch die Schreiben aus Burchard.

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    des unglücklichen Prinzen sandte Karl mit Chatibsade Nassuh, einem der getreuesten Diener des Verstorbenen, an dessen Mutter nach Aegypten; aber sey es, dass dem Chatibsade der Wind ungetreu, oder er selber dem todten Herrn, das Schiff lief statt in den Hafen von Alexandrien in den zu Constantinopel ein. Bajesid war bedacht, den letzten Willen des Bruders zu erfüllen, der, seinen herannahenden Tod fühlend, den Wunsch geäussert, dass sein Leib in der Erde des Islams begraben werden möge a). Ein türkischer Gesandter ging an König Don Friedrich von Aragonien, um den Leichnam zu hohlen, welcher von Gaëa nach Kallipolis, von da nach Brusa geführt, und dort an dem Grabmahle Sultan Murads II. zur Ruhe bestattet ward b). So endete dieser unglückliche Prinz im sechs und dreyssigsten Jahre seines Alters, nach dreyzehnjähriger Gefangenschaft, sein Leben, ein Schlachtopfer der zu seinem Verderben verschworenen christlichen und türkischen Politik, ein Schlachtopfer der Treulosigkeit D'Aubussons †, der Eroberungspläne Karls VIII., und der gewissenslosen Gewinn-, Rach- und Mordsucht Alexanders VI. Er fiel diesen dreyen als Opfer anheim, während drey andere Könige, nähmlich die beyden Ferdinande von Neapel und Spanien, und Mathias Corvinus von Ungarn, und die Bepublik Venedig denselben zu gleichen Zwecken der Politik begehrten c) , und denselben, wenn sie ihres Wunsches theilhaft geworden wären, vermuthlich in Freyheit gesetzt haben würden. Ausser denj Andenken an seine unglücklichen Schicksale im Frankenlande, welchem er, von servischer Mutter geboren, eher zu geneigt als abgeneigt
     

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    war, lebt Dschem noch heute als Dichter im Munde seines Volkes, und von seinen getreuen Dienern sind Haider, der Siegelbewahrer, und Saadi, der Defterdar, durch ihre Sammlungen lyrischer Gedichte, der letzte endlich durch sein tragisches Ende, mit dem er dem Herrn voraus ging, bekannt. Von Frankreich aus mit geheimen Aufträgen an die Grossen des Reiches und an die Janitscharen gesendet, wurde er zu Aidin ausgekundschaftet, und auf des Sultans Befehl mit einem Steine am Halse ins Meer gesenkt. Er sammelte während der Pilgerschaft zu Mekka in Aegypten, auf Rhodos und in Frankreich die Gedichte Dschems, von denen mehrere berühmt, besonders aber das aufs Frankenland †.

    a) Seadeddin III. B. 475. Ssolaksade. Nochbetul-tewarich. Aalj. Hadschi Chalsa gibt in den chronol. Talein nicht weniger als fünf Chronographe in Versen auf den Tod Dschems durch Gift. Der Zweifel Roscoe's, ob Dschem zu Capua, Butrinto, Terracina oder Neapcl verstorben, ist durch die osman. Geschichtschreiber fürs letzte entschieden. b) Seadeddin III. B. 475.  Aali; und seine Lebensbeschreibung vom Schönredner Brusa's. c) Sismondi IX. S. 326. nach den Annales ecclesiast. 1481. §. 36. p. 313: 011 ne peut disconvenir, que le Pape Sixle IV., Ferdinand Roi de Castille d'Aragon et de Sicile, un autre Ferdinand de la me#me maison et Roi de Naples, les Venitiens et surtout Mathias Corvin fils de Huniade faisoient tous des grandes instances aupres du Grand maitre pour mettre Zizim a# la te#te, de leurs arme#ei. Vertot VII.

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